10 SICHERHEITSGEBOTE

... nach denen wir arbeiten. Zusammengestellt von Dr. med. Peters im Auftrag von Clinical.

1. Die Verantwortung liegt beim aktiven Part.
Keine noch so sehr echten Praktiken dürfen ausgeübt werden, wenn sie nicht beherrscht werden.

2. Hygiene geht vor Kostenersparnis
Einmalartikel dürfen nur einmal verwendet werden, alle anderen Instrumente nur nach fachgerechter Sterilisation oder Desinfektion
.
 
3. Gefährliche Praktiken unbedingt vermeiden
Ihnen werden die abenteuerlichsten Wünsche vorgetragen, aber kein Geld der Welt kann eine Gesundheit oder gar ein Leben ersetzen. Deshalb liegt es an der Intelligenz und an der Phantasie einer jeden Klinikerin, hier geschickt vor zu gehen, um vielleicht eine Vision, aber niemals wirklich eine eventuelle Operation oder ähnliches vornehmen zu wollen. Bitte denken Sie daran: Oftmals ist der Wunsch Ihres Gastes nur aus einer übermäßigen Erregung ohne jegliches Vernunftdenken entstanden. 

 
4. Die Gesundheit geht vor
Ist es zu einer Verletzung oder anderen Situation gekommen, die ärztliches Handeln erforderlich macht, muss dem Gast unbedingt der Arztbesuch angeraten werden. Die ärztliche Schweigepflicht schützt den Patienten vor ungewolltem Outing. Und falls gar ein Notarzt gerufen werden muss, handeln Sie schnell, denn keine noch so grosse Aufregung ist im Vergleich eines Menschenlebens gross genug, um nicht sofort zu reagieren.Kennen Sie die Telefonnummer Ihres Notarztes?

 
5. Der Mensch ist ein Individuum
Was dem einen Lust verschafft, gibt dem anderen bestenfalls eine Störung, schlimmsten Falls gar ein psychisches Trauma. Unbedingt deshalb in einem ausführlichen Vorgespräch alle Einzelheiten durchsprechen.
 

 
6. What ever you do. Do it safe!
Die Prinzipien des safer sex gelten auch und gerade im (Lust)-Klinikum. Sogenannte Piercing, Nadeln, Akkupunktur und Cutting dürfen nur mit klinisch reinen Handschuhen, also ohne Hautkontakt durchgeführt werden. Der sollte dazu möglichst einen gültigen Tetanusschutz besitzen.
 


7. Eigenschutz
Ihre eigene Sicherheit könnte Gefährdet werden durch:

a) ...achtlos weggelegte, benutzte Kanülen oder (noch) nicht sterilisierte Akkupunktur- und andere Nadeln (besser Einmalnadeln benutzen). Hier droht Ansteckung durch Hepatitis B oder gar durch AIDS. Gebrauchte Kanülen also immer sofort in durchstechungssicheren Behältern (z. B. Plastikkanister) entsorgen. Kanülen niemals in die Schutzhülle zurück stecken, das ist auch eine der häufigsten Unfallmechanismen beim Krankenhauspersonal.

b) ...Silikonspray oder Latexpflegemittel und jegliches Gleitmittel auf Silikonbasis. Ein Kaffeelöffel dieser Substanz macht aus einem gefliesten Boden eine perfekte Kunsteisbahn. In verschiedenen Krankenhäusern ist deshalb die Verwendung dieser Substanzen verboten. Sie selbst riskieren schmerzhafte Knochenbrüche, die Ihnen eine 6 bis 12-wöchige Arbeitsunfähigkeit bescheren.
 
 

8. Wehrlosigkeit ist Schutzlosigkeit
Je nach Art der Behandlung kann, ähnlich eines Narkosearztes, die Verantwortung für lebenswichtige Funktionen eines Patienten ganz in Ihrer Hand liegen. Deshalb: Niemals einen Wehrlosen ohne Aufsicht lassen. Stets auch auf mögliche Anzeichen achten, erst recht, wenn der Patient durch Knebel, Masken oder Fesselungen in seiner Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt ist. Hier ist besondere Aufmerksamkeit geboten.
 
 

9. No Drugs
a) Keine Drogen! Weder beim Patient, noch bei der Klinikerin. Drogen jeglicher Art verändern die Wahrnehmung und können bei der Klinikerin zur Kritiklosigkeit gegenüber ihres eigenen Handelns führen. Beim Patienten hingegen kommt es zu einer Herabsetzung des Schmerzempfinden. Dadurch kann das Alarmsignal Schmerz oft erst dann eintreten, wenn bereits ein Schaden gesetzt ist. 


b) Keine Medikamente. Wirksame, sprich verschreibungs- pflichtige Medikamente, dürfen in Deutschland ausschliesslich nur von approbierten Ärzten verschrieben werden. Da ist der Gesetzgeber sehr streng. Bei rezeptfreien Medikamenten könnte normalerweise nichts passieren – so denkt man – aber dennoch könnten sie für bestimmte Patienten, z. B. für Allergiker, tödlich wirken. 
 


10. Respektieren Sie Ihre Grenzen
Juristisch gesehen ist eine Vielzahl ärztlicher Handlungen Körperverletzung mit Erlaubnisvorbehalt. Die Behandlung ist aber nur dann und ausschließlich einer ärztlichen Person erlaubt, wenn sie der Gesundheit dienlich ist. Sie sind keine Ärztin.